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Copy and Close: eine Ausbildung, die nicht an der nächsten Marktphase hängt

Kurs hat hier im Board eigentlich immer zwei Bedeutungen: der Kurs einer Aktie, den am Ende doch niemand zuverlässig vorhersagt, und der Kurs, den man bucht, um an Strategie oder Chartlesen zu arbeiten. Um einen dritten Kurs soll es kurz gehen, und der hat mit Charttechnik nichts zu tun: eine Ausbildung zum Closer, also zum Verkäufer am Telefon für hochpreisige Coachings und Dienstleistungen, als mögliches zweites berufliches Standbein.

Der Grund, warum ich das ausgerechnet hier poste: Wer einen Teil des Einkommens aus dem Markt zieht, kennt Phasen, in denen einfach wenig geht, unabhängig vom eigenen Können – Seitwärtsphasen, ruhige Monate, Zeiten ohne brauchbares Setup. Ein zweites berufliches Standbein, das nicht an Kursverläufen hängt, kann in solchen Phasen helfen, auch wenn das natürlich keine Garantie für irgendetwas ist. Closing ist so ein Standbein, weil es an Gesprächen hängt und nicht an Marktbewegungen.

Einstiegshürde: Kapital gegen Zeit

Sachlich verglichen, unterscheidet sich die Einstiegshürde grundlegend. Für den Handel selbst braucht es Kapital, das man bereit ist einzusetzen, dazu eine Strategie und die Bereitschaft, einen Verlust auszuhalten, wenn eine Position gegen einen läuft. Für den Einstieg als Closer braucht es kein Startkapital in diesem Sinn, kein Depot und keine Positionsgröße, über die man vorher nachdenken muss. Was stattdessen zählt, ist Zeit: Zeit für Übung am Telefon, Zeit für Gespräche, die anfangs schlecht laufen, und Zeit, bis aus einzelnen Telefonaten überhaupt eine gewisse Routine wird.

Ein Aspekt gehört gerade in dieses Board besonders: Viele hier haben schon einen dreistelligen oder vierstelligen Betrag in eine Trading-Ausbildung gesteckt, ohne dass allein der Kursbesuch am Ende ein Ergebnis garantiert hätte. Ähnlich ist es bei einem Ratgeber wie diesem: Er kostet spürbar weniger als ein mehrtägiges Seminar, liefert von sich aus aber ebenso wenig ein Ergebnis, sondern nur die Struktur, mit der man anschließend üben kann. Wer diesen Zusammenhang aus der eigenen Trading-Ausbildung schon kennt, versteht damit im Grunde auch, wie es bei einem Ratgeber zum Closer-Beruf funktioniert.

Das eine ersetzt das andere trotzdem nicht, und ich will es auch nicht so hinstellen, als wäre eine der beiden Einstiegshürden grundsätzlich die angenehmere. Wer Kapital einsetzt, trägt ein Risiko, das am Ende im Depot sichtbar wird. Wer stattdessen Zeit einsetzt, trägt ein anderes Risiko, nämlich Wochen in Übung zu stecken, ohne dass am Ende ein Job oder ein einziges Gespräch mit Abschluss dabei herauskommt. Beides ist Einsatz, nur an unterschiedlicher Stelle, und keins davon ist automatisch die sichere Variante.

Konkret sieht die Übung meistens so aus: ein Leitfaden mit Fragen, die man zunächst laut für sich selbst durchspricht, bevor überhaupt ein echter Interessent am anderen Ende der Leitung sitzt, dazu die ersten eigenen Gespräche, die sich anfangs schlicht falsch anfühlen, egal wie oft man den Ablauf vorher im Kopf durchgegangen ist. Wer aus dem Trading kommt, kennt dieses Gefühl vermutlich noch aus der ersten Zeit mit echtem Geld auf dem Konto, wenn die Theorie plötzlich auf eine Situation trifft, die sich nicht exakt an den Plan hält. Bei Verkaufsgesprächen ist das ähnlich: Der Leitfaden gibt eine Richtung vor, das tatsächliche Gespräch folgt ihr trotzdem so gut wie nie eins zu eins.

Der Ratgeber, um den es dabei geht, heißt Copy & Close und stammt von RatgeberPlatz.de. Er behandelt unter anderem das Mindset, das für Gespräche mit vielen Absagen nötig ist, geht auf Abschlusstechniken ein und endet mit einem Kapitel zum Berufseinstieg samt ein paar konkreten Anlaufstellen, wo aktuell Closer gesucht werden. Nach dem Kauf steht die Datei sofort als Download bereit, lesbar auf Laptop, Tablet oder Handy.

Cover des Ratgebers Copy & Close, Thema zweites berufliches Standbein neben dem Trading

Und weil eine ehrliche Einordnung hier dazugehört: Ein Ratgeber ersetzt die Übung am Telefon so wenig, wie ein Buch über Charttechnik das Sitzen vor dem Chart ersetzt. Die ersten Gespräche laufen holprig, es gibt mehr Absagen als Zusagen, und wer mit einem klaren Nein am Telefon ähnlich schwer umgehen kann wie mit einem roten Tag im Depot, wird an diesem Job wenig Freude haben. Einen Job oder ein bestimmtes Einkommen verspricht der Ratgeber ausdrücklich nicht, das steht so auch auf der Produktseite, und das ist auch richtig so.

Zur Transparenz, damit hier kein falscher Eindruck entsteht: RatgeberPlatz.de sind wir selbst, ich schreibe hier also nicht als außenstehender Boardnutzer, sondern als jemand, der an diesem Ratgeber mitgearbeitet hat.

Wer sich die Kapitel im Detail ansehen will, findet sie hier: mehr zu Copy and Close, inklusive Leseprobe, bevor die Frage ansteht, ob so ein zweites Standbein überhaupt in die eigene Woche passt.

Mich würde interessieren, gerade weil das Board hier auf Kurse und Ausbildungen spezialisiert ist: Hat schon jemand von euch neben dem Handel ein zweites berufliches Standbein aufgebaut, das wirklich unabhängig von der Marktphase läuft, oder hängt bei genauerem Hinsehen doch fast alles irgendwie mit dran?